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Konzert in der Carnegie Hall

Artikel in "Time" 1962

Der "Barockengel"

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere

New Grove Dictionary of Music and Musicians

Echo zum 75. Geburtstag

Scherbaum u. d. Glanz des Barocks

Rundfunksendung

Urteil von Maurice André

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Brief von Philip Jones

Brief von Timofej Dokschitzer

Gheorghe Musat, Rumänien

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Cluj-Napoca, March 13, 2001

Dear Mrs. Scherbaum,

With deepest regret I just recently found out that Prof.
Adolf Scherbaum is no longer among us. "The Golden Trumpet", as everybody used to call Adolf Scherbaum, will forever remain in people's memory, in the memory of those who listened him with great orchestra of his time, all over the world.

I have met professor Adolf Scherbaum at the International Musical festival in Bayreuth, where I was his assistant, and 1 was really happy when he accepted my invitation to a tour of concerts in 1979 and 1980, in some cities in Romania.

To me, hc is the ideal of my youth, but also an exceptional human and artistic example, worthy of being followed by the new generations.
On February 5th I wrote an article "Homage a Adolf Scherbaum", who will stay in our memory as a great artist and a great person.

In these sad moments we arc with you in spirit, and we want to express our condolences to the entire family.

May God rest his soul in peace!

Yours truly,



Artikel in der Zeitung "Arta-cultura" vom 5.2.2001:

Huldigung an Adolf Scherbaum
Ein großer Interpret der Barockmusik, der Rumänien mochte

Es kommt selten vor, dass ein Trompeter sowohl als Interpret als auch als Musiker - wie der große Trompeter Adolf Scherbaum - anerkannt wird.
Adolf Scherbaum, der "goldene Trompeter", der "magische Trompeter", das "Wunder Adolf Scherbaum" - das sind einige Bezeichnungen aus der Fachpresse der musischen Welt.
Wann hört man den Ton sol über dem hohen do im Brandenburgischen Konzert Nr. 2 von J.S. Bach so leicht und wundervoll aus einer Trompete? Das ist der Beweis dafür, dass diesem Musiker nichts unmöglich war.
Wie viele berühmte Trompeter hat auch Adolf Scherbaum auf unterschiedlichen Trompeten gespielt. Seine Zusammenarbeit mit Willi Leistner aus Hamburg, der eine Trompete nach Anweisungen und Empfehlungen von Adolf Scherbaum gebaut hat, war sehr erfolgreich. Mit dem von Willi Leistner gebauten Instrument spielte Adolf Scherbaum die größten Barockkonzerte von Bach, Telemann, Vivaldi, Torelli, Gabrielli und später die Konzerte des frühen Klassizismus von Joseph und Michael Haydn und von Leopold Mozart.
Die Barocktrompete - eines der Lieblingsinstrumente von J.S. Bach - hat eine neue Blastechnik, das "Clarino" geweckt. Adolf Scherbaum hat für die Wiedergeburt und Bekanntmachung dieser Musik einen großen Beitrag geleistet. Dank seiner Barocktrompete wurde er von allen Kontinenten - außer Australien - eingeladen. Die Eintrittskarten für seine Konzerte waren ein Jahr vor seinem Auftritt schon ausverkauft. Adolf Scherbaum spielte mit weltbekannten Orchestern: mit Philharmonischen Orchestern in England, Amsterdam, Santa Cecilia in Rom, und Kammerorchestern in Paris, Zürich, und Luzem. Er spielte unter berühmten Dirigenten wie Hans Schmidt-Issertedt, Klemperer, Sir Malcolm Sargent und Interpreten wie Ursula Buckel und Maria Stader.
Es verwundert nicht, dass er sein eigenes Orchester, das Barock-Ensemble Adolf Scherbaum - gründete. Die ersten Konzerte dieses Orchester waren in Bologna, Florenz, Venedig und Neapel. Die Schallplatten in Deutschland wurden von der Grammophon-Gesellschaft und der Archiv-Produktion herausgegeben. Sie waren Jahre lang unter den besten Aufnahmen zu finden.
Adolf Scherbaum wurde 1909 in Eger geboren. Seine musische Kariere fing mit 8 Jahren an. Der Vater brachte für seine Kinder zwei Instrumente - ein Trompete und eine Klarmiette - nach Hause und sagte: "Ihr müsst auf einem von diesen Instrumenten zu spielen lernen; ihr könnt wählen. Adolf Scherbaum legte ohne zu zögern seine Hand auf die Trompete. Er studierte in Prag und Wien. Er war der erste Trompeter in Brünner Theater, später im Prager Orchester und in der Berliner Philharmonie. Eine Zeit lang war er Trompeter im Preßburger Philharmonie-Orchester und gleichzeitig Professor an der Preßburger Universität. Als weltweite Anerkennung erhielt er 1974 den Albert Schweitzer Preis. Er war der 11. in der Reihe der Preisträger. Vor Ihm wurde der Cellist Pablo Casals ausgezeichnet.

Ich hatte die Ehre, ihn 1976 in Bayreuth kennen zu lernen. Ich war sein Assistent im Kurs für Blasinstrumente. Bis dahin hatte ich von ihm nur Radioaufnahmen gehört. Ich hatte nie die Hoffnung gehabt, ihn kennen zu lernen, ihn hören oder mit ihm spielen zu dürfen. Er war großartig. Trotz seiner 1,55 m hatte er eine außerordentliche Blaskraft und konnte der Trompete sehr hohe Töne entlocken.
Im Februar 1979 erhielt er eine Einladung von ARIA-Bukarest nach Rumänien. Er spielte mit Orchestern aus Klausenburg, Neumarkt, Großwardein und Sathmar. Sein Programm bestand aus dem Konzert für Trompete von F. X. Richter und dem Telemann-Konzert. Er spielte diese mit Ilie Muntean und mit mir. Das Konzert in Klausenburg wurde von Cristian Mandeal dirigiert. Auf Grund seines Erfolgs wurde Adolf Scherbaum 1980 wieder eingeladen. Diesmal spielte er in Bukarest und Klausenburg Werke von Telemann und Giuseppe Manfredini. Auch dieses Mal spielten wir gemeinsam, der Dirigent war Emanuel Elenescu. Er hat die schönsten Errinerungen an diese Konzerte.
Für mich bleibt Adolf Scherbaum mein Jugendtraum und gleichzeitig ein menschliches Vorbild, ein Künstler, dem die neue Generation folgen muss.

Prof. Univ. Gheorghe Musat
Musische Akademie "GH. DIMA" Bukarest
Ehemaliger Erster Trompeter beim Philharmonischen Orchester "Transilvania" Klausenburg

Die Übersetzung erstellte freundlicherweise Herr Adalbert Fono.
Herzlichen Dank!