Friedel Keim

Autor von "Das große Buch der Trompete"

Grußwort

Gerade von dem Bad Säckinger Trompeten-Festival 1999 zurückgekehrt, erfuhr ich von der Ausstellung zur Erinnerung an Adolf Scherbaum. Dies gibt mir Gelegenheit, mich in Form dieses kurzen Grußwortes an alle Trompeter und Trompeterinnen sowie an die Liebhaber dieses herrlichen Instrumentes zu wenden und zu verdeutlichen, dass die zum Beispiel in Bad Säckingen von Weltspitze-Trompetern mit einer unglaublichen Perfektion, Präzision und Sicherheit selbst im höchsten Register des Instruments, zum Teil von noch recht jungen Künstlern, dargebotenen Konzerte nicht zuletzt auf die Pionierarbeit von begnadeten Trompetern und Pädagogen wie Adolf Scherbaum zurückzuführen sind.

Was dieser liebenswerte und leider in den letzten Jahren vom Schicksal schwer getroffene Künstler leistete, wird tatsächlich durch den Vergleich seiner Aufnahmen - ich schätze mich glücklich, die Vierer-LP-Serie »Virtuose Trompetenkonzerte« zu besitzen - mit den heutigen, aufnahmetechnisch noch wesentlich verfeinerten Einspielungen eines Reinhold Friedrich oder eines Hakan Hardenberger deutlich.

Adolf Scherbaum ist der Trompeter, der - und so spannt sich auch der Bogen in meinem Buch - nach der Glanzzeit der Trompete im Barock (1600—1750) und der Zeit um die Jahrhundertwende mit ihren Kornettvirtuosen der Wegbereiter für die Wiederentdeckung der klassischen Trompete als Soloinstrument auf internationaler Ebene wurde, weit vor Maurice André, Edward H. Tarr oder Ludwig Güttler. Die Ausstellung in Sulzbach-Rosenberg sollte nicht nur dazu dienen, die Kommunikation unter Trompetern weiter zu fördern, sondern vor allem die Erinnerung an den Kulturpreisträger dieser Stadt und weltweit hochberühmten Trompeter Adolf Scherbaum stetig wach zu halten.

Friedel Keim