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Konzert in der Carnegie Hall

Artikel in "Time" 1962

Der "Barockengel"

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere

New Grove Dictionary of Music and Musicians

Echo zum 75. Geburtstag

Scherbaum u. d. Glanz des Barocks

Rundfunksendung

Urteil von Maurice André

Erinnerungen von Ludwig Güttler

Brief von Edward H. Tarr

Brief von Philip Jones

Brief von Timofej Dokschitzer

Gheorghe Musat, Rumänien

Brief von Graham Ashton

Friedel Keim

International Trumpet Guild

Erinnerungen der Berliner Philharmoniker

Nachruf von Matthias Scherbaum

Scherbaum-Schüler Josef Bayer

Scherbaum-Schüler Josef Kneißl

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"Das Orchester" 11/1984:

Adolf Scherbaum 75 Jahre
Österreich feiert den bedeutendsten zeitgenössischen Barocktrompeter

Fritz Richter

Auf Einladung von Pater Natanael, dem kunstbeflissenen Propst der Gemeinde St. Gerold, fand in der dortigen Kirche ein Jubiläumskonzert mit Adolf Scherbaum und seinem renommierten Barock-Ensemble statt, dem sich eine ungezwungene Geburtstagsfeier im Propsteihof anschloß, zu der alle Besucher der Veranstaltung eingeladen waren ...

Adolf Scherbaum ist gebürtiger Sudetendeutscher aus Eger. Er studierte an den Musikhochschulen in Prag und Wien und wurde aufgrund seines überragenden Talents schon in jungen Jahren Solotrompeter unter Joseph Keilberth bei der Deutschen Philharmonie in Prag und schließlich Solotrompeter unter Wilhelm Furtwängler bei den Berliner Philharmonikern.

Nach den Kriegswirren erhielt Scherbaum eine Professur an der Musikhochschule in Preßburg, ehe er legal die Ausreise in die Bundesrepublik erreichte und sich zunächst in Hamburg niederließ.

Viele Jahre lebte er in Saarbrücken, wo er eine Professur an der dortigen Musikhochschule wahrnahm. Schon in jungen Jahren entdeckte Scherbaum sein Herz für die Barockmusik. Ausgedehnte Konzertreisen führten ihn in alle Erdteile, sein Name und der damit verbundene unverkennbare Klang seiner Trompete füllten die Konzertsäle von New York bis Moskau.

Auf der Suche nach dem treffendsten Klang entwickelte Scherbaum mit seinem Sohn spezielle Trompeten, auf denen er mit unerreichter Ausdruckskraft und Technik zu spielen versteht. Seiner zielstrebigen Suche in alten Archiven ist die Wiederentdeckung manchen Werks barocker Meister - unvergessener und vergessener - zu danken, und er läßt es sich nicht nehmen, noch heute auf seinen Konzertreisen seinem fachkundigen Publikum Werke vorzustellen, die sonst kaum zur Aufführung gelangen.

In einer Zeit, da in der modernen Arbeitswelt der Sechzigjährige schon zum "alten Eisen" gezählt wird, mag mancher Laie geneigt sein zu vermuten, daß ein Mann, der seinen 75. Geburtstag feiert, von einem Instrument wie der Trompete Abschied nehmen muß. Daß dem nicht so zu sein braucht, dafür ist Adolf Scherbaum ein ein dringlicher Beweis. (...)

Unbestrittene Höhepunkte waren die Konzerte für Trompete und Streicher von Henry Purcell (1659-1695), Georg Philipp Telemann (1681-1767) und des leider viel zu wenig bekannten mährischen Komponisten Pavel J. Vejvanovsky ...


Rorschacher Zeitung (Juli 1984)

St.Gerold: Triumph der Trompete

Harry Dietz

St.Gerold, das auch 1983 einen bemerkenswerten Veranstaltungskalender sein eigen nennt, machte durch sein Trompetenkonzert erneut auf sich aufmerksam. (...)

Adolf Scherbaum, Wegbereiter der neuen Trompete, war der überragende Virtuose auf seinem Instrument, das gern als Stimme Gottes oder der Engel im Altertum aufgefaßt wurde. Mit strahlendem Fanfarenklang begann er mit Purcells "TrumpetTune". Zu einem kaum vergleichbaren Meister steigerte er sich aber in Michael Haydns Konzert für Trompete. Dieses Musikstück wird in keinem Konzertprogramm aufgeführt, weil die Schwierigkeitsgrade so übertrieben sind, daß kein Trompeter den Mut aufbringt, damit öffentlich aufzutreten. Daß Scherbaum, der seinem 75. Altersjahr entgegengeht, mit einer souveränen Technik imstande ist, diese Gewaltleistung zu vollbringen, grenzt ans Unglaubliche. (...)

Leopold Mozarts zweiter Satz aus dem Trompetenkonzert war die Zugabe für das zahlreich erschienene Publikum. Alles in allem ein Konzert mit viel Dynamik, großer Aussagekraft und nachhaltigem Eindruck.

(=> Pavel Josef Vejvanovsky, Sonata per quattro [3.724 KB]
(Aufnahme zum 75. Geburtstag von Adolf Scherbaum!)