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Konzert in der Carnegie Hall

Artikel in "Time" 1962

Der "Barockengel"

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere

New Grove Dictionary of Music and Musicians

Echo zum 75. Geburtstag

Scherbaum u. d. Glanz des Barocks

Rundfunksendung

Urteil von Maurice André

Erinnerungen von Ludwig Güttler

Brief von Edward H. Tarr

Brief von Philip Jones

Brief von Timofej Dokschitzer

Gheorghe Musat, Rumänien

Brief von Graham Ashton

Friedel Keim

International Trumpet Guild

Erinnerungen der Berliner Philharmoniker

Nachruf von Matthias Scherbaum

Scherbaum-Schüler Josef Bayer

Scherbaum-Schüler Josef Kneißl

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Aus einem Brief des berühmten Barocktrompeters und Leiters des Trompetenmuseums Bad Säckingen Edward H. Tarr vom 26.11.1998:

Sehr gut, dass Sie Herrn Prof. Scherbaum ein Andenken setzen wollen. Ich habe ihn 1-2 Mal nach Informationen ausgequetscht, aber das interessanteste Dokument ist ein Radioessay über Trompeter, in dem über ihn, Maurice André, Ludwig Güttler und mich berichtet wurde. Jeder gab auch ein Interview, und darin erzählt Scherbaum, wie er zur Trompete gekommen ist, als einmal sein Vater nach Hause kam, eine alte zerbeulte Trompete und eine Klarinette auf den Tisch legte und zu ihm und seinem Bruder sagte: "Na, ihr Buben, sucht euch was aus". Der Bruder griff zum Süßholz, und der Rest ist Geschichte. Er erzählte auch darin, wie er nachts angerufen wurde und am nächsten Morgen nach London flog, wo er im 1. Take den 1. Satz des 2. Brandenburgischen Konzerts unter Klemperer aufnahm, der 2. Satz folgte zugleich. Dann folgt eine atemberaubende Aufnahme aus St. Petersburg: das NDR-Symphonieorchester machte eine allererste Konzerttournee in Russland nach dem 2. Weltkrieg, und auf dem Programm stand eben das 2. Br. K. Das Konzert wurde heimlich aufgenommen und das Band den deutschen Gästen später zum Geschenk gemacht. Beim Erreichen der 3 hohen g''' im 1. Satz überstrahlt Scherbaum das ganze Orchester, für einen Trompeter ist das einfach unglaublich...

Zum ersten Mal hörte ich ihn 1960 (Jan. oder Feb.) in Basel, als ich ein junger Student war... Jahre später, als wir uns wieder in Basel trafen, erinnerte er sich sogar an mich, obwohl ich mir in der Zwischenzeit einen Bart hatte wachsen lassen.

Also: Unkompliziertheit, Offenheit, Zugang auf die Mitmenschen plus Charisma auf dem Podium: solche Eigenschaften charakterisieren ihn.

Er war auch ein glänzender Unterhalter. Nach dem erw. 2. Treffen in Basel gingen wir zum Haus des bekannten Instrumentensammlers Ernst W. Buser (in Binningen bei Basel, seine Trompetensammlung bildete 1985 den Grundstock des Trompetenmuseums. Scherbaum dürfte damals schon über 60 Jahre alt gewesen sein, aber er dominierte die ganze Unterhaltung in Hochform bis 6.30 morgens. Gegen Schluss spielte er sogar den ganzen 1. Satz des bekannten Telemann-Konzerts auf einer originalen Barocktrompete, die er von der Wand nahm. Beim Prüfen der Tonart fanden wir heraus, dass die Trompete in Es stand...