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Kulturpreis 1979
der Stadt Sulzbach-Rosenberg

Die Laudatio zur Kulturpreisverleihung von Oswald Heimbucher
ist abgedruckt in dem Büchlein "In der Welt gefeiert, der Provinz dienend",
Verlag Michael Laßleben, Lange Gasse 19, 93183 Kallmünz (ISBN 3 7874 1130 8)

Grußwort des 1. Bürgermeisters Hans Göth

In wenigen Jahren ist die 1973 vom Stadtrat beschlossene Stiftung eines Kulturpreises eine Einrichtung geworden, die man im Blick auf die Gesamtentwicklung der Stadt nicht mehr missen möchte. Auch in der Bevölkerung findet der Kulturpreis Beachtung, wie es die Diskussionen über denkbare Kandidaten bewiesen haben.

Die Reihe der bisherigen Preisträger Prof. Walter Höllerer, Prof. Hans Sperber, unser Herr Stadtheimatpfleger Hanns Binder wird heute fortgesetzt durch einen in der Welt bekannten Musikinterpreten, der in unserer Stadt eine Wirkungsstätte gesucht und gefunden hat. Adolf Scherbaum hat schon vor 11 Jahren in diesem gleichen Rathaussaal eine hohe Auszeichnung entgegengenommen, und zwar den Nordgau-Kulturpreis.

Seither riß der damals geschlossene Kontakt nicht mehr ab, er wurde in den letzten Jahren intensiv verstärkt durch die von ihm selbst gewünschte Lehrtätigkeit an der Sing- und Musikschule dieser Stadt.

Kulturpreisverleihungen setzen auch Marksteine in der Geschichte einer Stadt. Der Preisträger wird geehrt, aber auch die preisverleihende Stadt erfährt eine Aufwertung, die künftigen Generationen ein heimatverbundenes kulturgeschichtliches Bewußtsein vermitteln wird.

Im Namen des Stadtrates, im Namen der Bevölkerung der Stadt Sulzbach-Rosenberg, gratuliere ich Ihnen, Herr Professor Scherbaum, zur Verleihung des Preises herzlich und wünsche Ihnen für Ihr weiteres Wirken hier in unserer Stadt viel Kraft, viel Glück und vor allem Gesundheit.



Der Dank des Preisträgers

Werte Festversammlung,
sehr verehrte Damen und Herren!

Es ist für mich eine große Freude, im Festsaal dieses altehrwürdigen Rathauses, dem wahrhaft echten Schmuck- und Prunkstück dieser Stadt, den Kulturpreis verliehen zu bekommen.

Es ehrt mich, daß Sie, nachdem Sie erst einen Mann der Geisteswissenschaften, dann einen Vertreter der Naturwissenschaften, schließlich einen Kenner der Volkstumspflege und der Heimatgeschichte auszeichneten, nun mir, als einem Vertreter der Musik, die über alle Grenzen hinweg und ohne Sprachbarrieren in aller Welt verstanden wird, den Kulturpreis zuerkannt haben.

Ich erinnere mich noch genau, als ich 1968 anläßlich des Nordgautages zum ersten Male durch diese Stadt ging: Obwohl nur kurz hier, fühlte ich mich sofort von dieser Stadt angeheimelt und ihr zugetan. So konnte es nicht ausbleiben, daß Kontakte sich anbahnten und heute fester Bestand sind. Es drängt mich aber auch zu sagen, welchen Respekt ich dem hiesigen Laienkammerorchester und seinem Leiter entgegenbringe. Ich, dem es vergönnt war, in aller Herren Länder mit den besten Berufsorchestern und Dirigenten zu musizieren, spürte sofort die Begeisterung und den Willen zur bestmöglichen musikalischen Leistung dieses Laienorchesters.

Erlauben Sie mir deshalb meine ehrliche Wertung: Sulzbach-Rosenberg kann sich glücklich schätzen, daß es hier Menschen gibt, die Musik aus Idealismus und mit Freude betreiben.

Als vor einigen Jahren der Leiter der Städtischen Sing- und Musikschule Sulzbach-Rosenberg, Herr Oswald Heimbucher, mit dem mich mittlerweile eine aufrichtige Freundschaft verbindet, bei mir anfragte, ob ich bereit wäre, Trompetenunterricht zu übernehmen, sagte ich sofort zu, weil es mir noch möglich ist, meine über alles geliebte Musik ausüben zu können. Gerne stellte ich mich zur Verfügung, Kinder und Jugendliche dieser Stadt nach Kräften zu fördern.

Da ich nun Sulzbach-Rosenberg zu meinem zweiten Wohnsitz erkoren habe, erlauben Sie mir noch ein persönliches Anliegen vorzutragen.

Was ist es denn, was mich in dieser Stadt so schnell heimisch werden ließ? Es sind die Menschen dieser Stadt, mit ihrer Mentalität, mit ihrer Heimatsprache, einer Sprache, die der meinen so ähnlich ist, stamme ich doch aus Eger, der Hohenstauferstadt aus dem gleichen Nordgau, zu der auch Sulzbach und Rosenberg gehörten und gehören.

Leider ist es mir verwehrt, in meiner geliebten Heimatstadt Eger leben zu können, es ist mir aber vergönnt, als Ausgleich für den Verlust meiner Heimat in dieser heimatnahen Umwelt verweilen zu dürfen.

Dies macht den Verlust so erträglich, dies läßt einen hier so schnell heimisch werden.

Deshalb bekenne ich mich zu Ihrer Stadt, zu Sulzbach-Rosenberg, in der ich mich gerne aufhalte, die mir Ersatz für meine verlorene Heimat ist, hier fühle ich mich wohl, innerhalb dieser Mauern, unter diesen Menschen und den vielen Freunden, die ich hier schon gewonnen habe.

Allen Verantwortlichen, die mir den Kulturpreis der Stadt Sulzbach-Rosenberg zuerkannt haben, spreche ich meinen tiefempfundenen Dank aus.

Sie ehren nicht nur mich, sondern auch die Musik, die mein ganzer Lebensinhalt war und ist.

Ich danke Ihnen.