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am 21.11.1999

Bericht von Sigrid Bloch in der Sulzbach-Rosenberger Zeitung am 24.11.1999:

Ganz erstaunlich virtuose Hobbymusiker
Drei Schüler Adolf Scherbaums konzertierten mit anspruchsvollen Stücken in der Pfarrkirche St. Marien

Leider nicht allzu viele Besucher fanden sich am vergangenen Sonntagabend in der Kirche St. Marien in Sulzbach ein. Adolf Scherbaum in Sulzbach-Rosenberg: ein Trompeter von Weltruf und um die Herzogstadt - so war das Konzert der ehemaligen Trompetenschül er Richard Feyrer, Josef Kneißl und Helmut Mörtl überschrieben.

Obwohl sie keine Berufsmusiker wurden, boten diese drei ehemaligen Schüler Adolf Scherbaums einen blitzsauberen Konzertgenuss ihr Lehrer kann mit seiner Arbeit bestimmt zufrieden sein. Links Organist Christoph Hammer, der die Trompeten souverän und unaufdringlich begleitete. Er ist ein großer Könner auf dem Gebiet der Barockmusik. Bild: Shigajlow


Adolf Scherbaum muss wohl den musikalischen Werdegang seiner Schüler, vielleicht sogar die persönliche Entfaltung der jungen Menschen, so,nachhaltig positiv beeinflusst haben, dass dieses Konzert ihm zu Ehren veranstaltet wurde. Denn Adolf Scherbaum konnte im August dieses Jahres seinen 90. Geburtstag begehen.

"Schwindelhafte Tonhöhen erreicht"

Adolf Scherbaum war Mitte der 50er Jahre einer der bekanntesten und beliebtesten Solisten auf den internationalen Konzertpodien. Ob in Paris, Amsterdam, Brüssel, Basel, Zürich, Edinburgh, New York, Moskau oder Leningrad, überall entfachte er Stürme der Begeisterung, da er damals als Erster mit seiner Trompete "jene schwindelhaften Tonhöhen erreichte, die in vielen Werken des Barock gefordert sind". So war es in einer Rundfunksendung zu Ehren des Jubilars heuer im August zu hören, so ist es im Internet, neben umfangreicher Information zu Leben und Werk des Künstlers, zu lesen.

Auch als Musikpädagoge begehrt

Auch als Musikpädagoge war Adolf Scherbaum gesucht und begehrt: Er wirkte als Professor an der Musikhochschule in Saarbrücken. Die Freundschaft mit Oskar Heimbucher und sein neuer Wohnort Heilsbronn bewogen Adolf Scherbaum, von 1977 bis 1986 an der Städtischen Sing- und Musikschule zu unterrichten. Es versteht sich von selbst, dass ihm viele offizielle Ehrungen und Preise zugedacht waren.

Drei seiner ehemaligen Schüler kamen nun aus den entferntesten Ecken Bayerns zusammen und gestalteten mit Christoph Hammer, der ebenfalls in Verbindung zu Adolf Scherbaum stand, ein Geburtstagskonzert. Richard Feyrer, Josef Kneißl und Helmut Mörtl teilten die Parts der Trompetenkonzerte untereinander auf, ohne kund zu tun, wer gerade spielte. Aber das war auch unerheblich, da sich alle Drei durch saubere Intonation, einen strahlenden Ton und erstaunliche Virtuosität auszeichneten.

Sie können freilich nicht in die Fußstapfen ihres berühmten Lehrers treten, da sie die Trompete als ihr wahrscheinlich liebstes Hobby pflegen und keine Berufsmusiker wurden. Das Programm war dennoch recht anspruchsvoll, es waren Konzerte und Sonaten von Antonio Vivaldi, Pavel Josef Vejvanovsky; Georg Philipp Telemann und Giuseppe Alberti zu hören.

Christoph Hammer war exzellent

Christoph Hammer an der Orgel — der Name bürgt von vornherein für Qualität. Als unterstützender Partner für die Trompeter hätte man keinen exzellenteren Organisten engagieren können. Schade nur, dass die Orgel bekanntermaßen nicht Bestzustand hat.

In den schnellen Ecksätzen der Konzerte und Sonaten begleitete er exakt und unaufdringlich; in den langsamen solistischen Mittelsätzen und vor allem auch in den dargebotenen Orgelwerken von John Amner, Georg Muffat und Johann Sebastian Bach stellte er sein überragendes Können und vor allem sein fundiertes Wissen über die Barockmusik unter Beweis.

Verzierungen mit Trillern und Läufen, das gezielte Einbringen verschiedener Elemente der Affektenlehre und das gekonnte Umspielen der vorgegebenen Melodie bzw. der harmonischen Wendungen war wirklich hörenswert. Verdienter Beifall belohnte die Musiker für die Gestaltung dieses festlichen Barockkonzertes.