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Jubiläumskonzerte

Scherbaum-Schüler Josef Kneißl

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22.08.2009

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05.10.2009

14.10.2009

Sonderausstellung im Trompetenmuseum

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Sulzbach-Rosenberger Zeitung

Würdige Hommage an begnadeten Trompeter
Gedenkkonzert für Adolf Scherbaum begeistert Publikum
Musiker wäre im August 100 Jahre alt geworden

VONN HELMUT FISCHER

Sulzbach-Rosenberg. Er war der deutsche Barocktrompeter in den 60er und 70er Jahren. Brillant seine Spielweise, unnachahmlich sein virtuoses Können. Wenn der Name „Adolf Scherbaum" auf den Programmankündigungen stand, waren die Säle voll.
Dieser Adolf Scherbaum wäre am 23. August 100 Jahre alt geworden. Und dieses „Jahrhundert" wurde am Sonntag mit einem Jubiläumskonzert in der Herz-Jesu-Kirche gebührend gefeiert. In der vollbesetzten Kirche. deren Akustik für solche Konzerte ideal ist, gaben musikalische Weggenossen, Schüler und Partner des im Jahr 2000 verstorbenen Künstlers ein Konzert, das an die Brillanz und die Vielseitigkeit des Meister-Trompeters eindrucksvoll erinnerte.

Die früheren Trompeten-Schüler Adolf Scherbaums Josef Kneißl, Richard Feyrer und Helmut MörtI (von links) sorgten in der Rosenberger Herz-Jesu-Kirche für ein unvergessliches Konzerterlebnis.


Familie dabei
Pfarrer Saju Thomas begrüßte dazu die Familie des Jubilars, seine Ehefrau, seine Söhne, auch Oswald Heimbucher war gekommen. Bürgermeister Gerd Geismann würdigte in seiner sehr persönlichen Laudatio die Bedeutung Scherbaums.
Eine gute Idee war es, ehemalige Schüler in dieses Konzert einzubinden. Richard Feyrer, Josef Kneißl und Helmut Mörtl waren von 1978 bis 1984 Schüler von Adolf Scherbaum. Trompetenkonzerte und –Sonaten von Vivaldi, Vejvanovsky, Alberti, Torelli standen auf dem Programm. Und wenn auch keiner der Trompeter Profi-Musiker geworden ist, so zeigten sie doch in ihren Interpretationen, welche instrumentale Reife, welch virtuoses Können sie bei Scherbaum erworben haben.
Zwar fehlte manchmal etwas der spielerische Feinschliff in ihren Darbietungen, aber der Glanz, die üppige Klangfülle, die spieltechnische Brillanz ihres Spiels war eindrucksvoll und begeisterte.
Partner an der Orgel war ihnen dabei aufmerksam und souverän Christof Hammer. Er ist ein international vielgefragter Liedbegleiter, Solist und Kammermusiker. Er ließ die Orgel der Herz-Jesu-Kirche in all ihren Möglichkeiten erklingen und erwies sich dabei als sowohl exzellenter Virtuose, als auch ein klug registrierender „Meister" der Orgelkunst.

Christof Hammer war beim Konzert für die Begleitung an der Kirchenorgel zuständig. Er kreierte ein wahres Meisterstück. (Bilder: Huber)


Muffats Toccata zu Beginn wurde schon zu einer echten Demonstration reifer Spielkunst. Markant registriert, die Strukturen filigran erarbeitet, erklang dieses Werk in barocker Fülle, wobei die Beweglichkeit der Innenstimmen besonders plastisch zur Geltung kam.

Glanzpunkte gesetzt
Die gleiche Souveränität zeigte der Organist bei Kaspar Kerrlls Capriccio für Orgel, bei der wieder die intelligente und farbige Registrierung verblüffte und beeindruckte. Hammer verstand es, die begrenzten Variationsmöglichkeiten der Herz-Jesu-Orgel optimal zur Geltung zu bringen.
Den Glanzpunkt setzte er dann mit der großartigen Fantasie in C-Dur von J. S. Bach, wo er seine spieltechnische Souveränität mit einer äußerst farbigen, auf dynamische Schattierung bedachten Gestaltung verband und mit diesem genialen Werk ganz große Orgelkunst demonstrierte.
Die gleiche Intensität, wenn auch in ganz anderer Weise, spürte man beim Spiel der Cellistin Irmingard Seemann. Sie ist wohl die langjährigste musikalische Wegbegleiterin des Jubilars. Mit ihm gründete sie 1961 das „Barockensemble Adolf Scherbaum", das weltweit gefeiert wurde. Seemann ist Expertin für J. S. Bachs Cellowerke, und so zelebrierte sie im Konzert auch dessen anspruchsvolle und wunderschöne Cello-Suite Nr. 3 im Altarraum.

Perfekte Beherrschung
Dabei besticht sie durch ein geschmeidiges, unaffektiertes Spiel, die perfekte Beherrschung klingender Saitenübergänge und einen in allen Lagen runden, elastischen, weichen und doch tragenden Ton ihres edlen Instrumentes von Amati aus dem Jahre 1724.
Eine leichtfüßige und anmutig gespielte Allemande, tänzerisch mit emotionaler Steigerung, eine fast träumerisch verhalten interpretierte Sarabande mit ihrem starken sinnlichen Klang und eine spieltechnisch sehr schwierige Gigue, bei der die makellose Virtuosität immer der musikalischen Gestaltung diente, ließen diese Suite zu einer Demonstration Bachscher Kunst werden.

Brillantes Solo
Mit dem brillanten Trompetenkonzert von Torelli endete diese würdige Hommage an einen überragenden Künstler. Riesiger Beifall führte alle Solisten in den Altarraum, wo sie die Ovationen der zahlreichen Besucher entgegennehmen konnten. Dieses Konzert machte es deutlich: Adolf Scherbaum wird in Sulzbach-Rosenberg unvergessen bleiben.