Mittelbayerische Zeitung 17./18.10.1998Ehrung für einen Klarsichtigen

In Sorge um den Menschen

pdr. An diesem Wochenende gedenkt das Bistum Regensburg des langjährigen Rektors und Philosophieprofessors der früheren Philosophisch-Theologischen Hochschule Regensburg, Prof. Dr. Jakob Hommes. Anlass ist der 100. Geburtstag des 1966 verstorbenen Wissenschaftlers. Am Samstag, 17. Oktober, steht ein Symposium zur aktuellen Bedeutung seines Denkens auf dem Programm. Am Sonntag, 18. Oktober, lädt das Bistum um 9 Uhr zu einem Gedenkgottesdienst mit Bischof Manfred Müller in den Dom ein. Beim anschließenden Festakt um 10.30 Uhr im Herzogssaal wird eine Festschrift mit dem Titel "Person und Funktion" überreicht.

Prof. Jakob Hommes

Jakob Hommes im Regensburger Herzogsaal
bei einer Rektoratsfeier 1963


Menschenwürde und Technik

Jakob Hommes gilt als Philosoph, der sich die Bewahrung der Würde des Menschen in einer von der Technik bestimmten Welt zum Ziel gesetzt hatte. Der am 12. Oktober 1898 in Völklingen geborene Saarländer wurde 1925 an der Universität München zum Dr. phil. promoviert. 1946 habilitierte er sich an der Universität Freiburg im Breisgau. Von 1954 bis 1966 war er Professor für Philosophie, von 1959 bis 1965 auch Rektor an der damaligen Philosophisch-Theologischen Hochschule in Regensburg, aus der später die Theologische Fakultät der Universität hervorgegangen ist.

In seinen Forschungen widmete sich Hommes der Existenz- und Existentialphilosophie dieses Jahrhunderts. Insbesondere die Spätphilosophie Martin Heideggers und dessen Frage nach dem "Wesen der Technik" machte er zum Thema philosophischer Auseinandersetzung. Dabei spielte für ihn auch das Denken Thomas von Aquins und die Auseinandersetzung mit Georg Wilhelm Friedrich Hegel sowie Karl Marx eine entscheidende Rolle. "Mit seltener Klarheit sah Jakob Hommes bereits schon in der beginnenden Nachkriegsära, wie die Menschlichkeit des Menschen immer stärker der technischen Entfremdung ausgeliefert wurde. Seine besondere Sorge galt daher der Rettung der Personalität des Menschen. Mit den geistigen Mitteln der aristotelisch-thomistischen Philosophie bekämpfte er das bloße Funktionärswesen, das in allen Lebensbereichen immer stärker um sich griff." So die Herausgeber der Hommes-Festschrift, Walter M. Neidl und Friedrich Hartl.


Festschrift im Pustet Verlag

Mitarbeiter des im Pustet Verlag erschienenen Bandes "Person und Funktion" (240 Seiten, 48 Mark) sind u.a. die Regensburger Professoren Franz Mußner und Wolfgang Nastainczyk sowie Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner. Jakob Hommes' zentrale geistesgeschichtliche Auseinandersetzung mit der Personalität des Menschen wird in den unterschiedlichen Beiträgen der Festschrift, in Fragestellungen der Philosophie, der Theologie, der Kunst und der Pädagogik dargestellt. Uber das Symposium und den Festakt dieses Wochenendes berichtet u.a. der Bayerische Rundfunk in seiner Sendung "Kirche und Welt" am Freitag, 23. Oktober, um 18.30 Uhr in Bayern 2 Radio.

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Letzte Änderung: 01.08.09