Sätze aus dem Werk von Prof. Jakob Hommes

Der heutige Mensch fühlt sich von der Welt, die ihn um gibt, nicht mehr in seinem Eigendasein gewürdigt. Er empfindet sich von der gegenständlichen Wirklichkeit gleichsam ausgeräubert und am Wege liegengelassen; ein metaphysisches Heimweh ist in ihm aufgebrochen. Religiös ausgedrückt: in der Welt, d.h. in den Verhältnissen, die den Menschen heute von Jugend auf umfangen und seinen Lebensweg bestimmen, leuchtet ihm nicht mehr das Antlitz Gottes auf, das sich zu ihm herabneigt und ihn grüßt.

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Auch wir christlichen Aristoteliker, die wir gegen den modernen subjektivistischen Mystizismus die Gegenständlichkeit der Wahrheit, die Transzendenz, d.h. Welt- und Menschenjenseitigkeit Gottes und die Objektivität des Ewigen Gesetzes verteidigen, können von der Existenzialphilosophie gar vieles lernen, d.h. wir müssen mit ihr jenen inneren Bereich im menschlichen Leben wieder zum Aufleuchten bringen, den wir die Herrlichkeit des Menschen nennen können.

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Der materialistische Glaube des technisch-industriellen Zeitalters, mit dem der Mensch nur noch sich selbst glaubt und in seinem Dasein nichts anderes mehr als seine Selbstverwirklichung in der Welt betreibt, hat in den Seelen der meisten heutigen Menschen alle Glaubenssubstanz, die Hingabe des Menschen an das, was über ihm ist, ausgelaugt und zerfressen. Mit diesem Verlust der inneren Substanz aber verliert die gesellschaftliche Welt von heute in den Herzen der Jugend allen Kredit.

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Dieser technizistische Sog der heutigen Verhältnisse, den nicht nur der Kommunismus völlig in Ordnung findet und forciert, den vielmehr auch der westliche Liberalismus und Sozialismus aus ihrem materialistischen Menschenbild heraus unbekümmert geschehen lassen, stellt die eigentliche Entheiligung der Welt dar.

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Die eigentlichen Heiligen der Welt sind (...) die Väter und Mütter, die in ihrem Alltag opferbereit für ihre Kinder die Verantwortung tragen, und all jene väterlichen und mütterlichen Menschen, die über ihre Familie hinaus - oder gar im Verzicht auf eine eigene Familie, aber dennoch als geistliche Väter und Mütter - in dem überschaubaren Bereich ihres Wirkens Menschen in ihrem Menschsein hegen und verteidigen.

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Unter dem göttlichen soll auch der menschliche Sinn, den der Schöpfer, um den Menschen an sich zu ziehen, in die Wirklichkeit hineingelegt hat, klar ins Bewusstsein treten.

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Letzte Änderung: 24.07.00